Wenn ein Musiker wie Sean Noonan Station in Würzburg macht, darf man sich auf einen Abend jenseits konventioneller Jazzformate einstellen. Der New Yorker Schlagzeuger, bekannt für seine unbändige Spielfreude und stilistische Grenzüberschreitungen, bringt mit seinem Picnic-Trio ein kompaktes, aber hochenergetisches Format auf die Bühne des Immerhin Würzburg.
Nur wenige Tage zuvor feiert Noonans groß angelegtes Werk The Drummer of Tedworth in London seine Uraufführung – ein Kontrast, der den künstlerischen Radius des Musikers eindrucksvoll verdeutlicht. In Würzburg zeigt er sich nun in intimer Trio-Besetzung, fokussiert auf unmittelbare Interaktion und rohe Klangenergie.
Trio mit klarer Haltung
An seiner Seite stehen zwei profilierte Musiker der Szene: Norbert Bürger an der Gitarre und Christian Schanz am Bass. Gemeinsam entwickeln sie einen Sound, der sich bewusst zwischen den Genres bewegt – irgendwo zwischen Jazz, Rock und experimentellen Klangflächen.
Der Begriff „Jazzcore“ beschreibt diese Mischung nur annähernd: Es geht um rhythmische Komplexität, dichte Texturen und ein hohes Maß an Spontaneität. Das Trio agiert dabei nicht als klassische Begleitstruktur, sondern als gleichberechtigtes Kollektiv, das seine Musik im Moment formt.
Impulsgeber für die Szene
Dass ein international vernetzter Künstler wie Sean Noonan auf seiner Tour gezielt kleinere Spielstätten wie das Immerhin ansteuert, unterstreicht die Bedeutung solcher Orte für die lebendige Jazzszene. Gerade hier entstehen Begegnungen, die Nähe ermöglichen – zwischen Musikern und Publikum, zwischen Konzept und unmittelbarem Erlebnis.
Veranstaltet im Kontext von Galerie 03 e.V., fügt sich das Konzert in eine Reihe von Programmen ein, die bewusst auf künstlerische Eigenständigkeit und experimentelle Ansätze setzen.
Konzertinformation
Sean Noonan’s Picnic-Trio
📅 Sonntag, 19. April 2026
⏰ 17:00 Uhr
📍 Immerhin, Würzburg
Ein Konzert für alle, die Jazz in seiner offenen, energiegeladenen Form erleben wollen – direkt, ungeschliffen und voller Überraschungen.


