Am Sonntag, den 22. Februar, lädt die Sonntags-Matinée im Casablanca Kino&Kneipe zu einem besonderen filmischen und musikalischen Erlebnis ein. Gezeigt wird der vielfach beachtete Essayfilm „Soundtrack to a Coup d’Etat“ von Johan Grimonprez, der eindrucksvoll die Verbindungen zwischen Jazz, globaler Politik und den historischen Umbrüchen der 1960er Jahre beleuchtet.
Im Zentrum steht die dramatische Geschichte rund um den Kongo und die Ermordung Patrice Lumumbas, des ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes. Der Film zeigt, wie eng kulturelle Diplomatie, Kalter Krieg und geopolitische Interessen miteinander verwoben waren. Während die USA Jazzgrößen wie Louis Armstrong, Dizzy Gillespie oder Nina Simone als musikalische Botschafter nach Afrika entsandten, um politisch zu beschwichtigen, liefen im Hintergrund machtpolitische Strategien mit weitreichenden Folgen. Die dichte Collage aus Bild- und Tonmaterial macht deutlich, wie Jazz nicht nur Ausdruck künstlerischer Freiheit, sondern auch Teil politischer Narrative wurde.
Vor der Filmvorführung wird Prof. Bernhard Pichl, Professor für Jazzgeschichte an der Hochschule für Musik Würzburg, eine kurze historische Einführung geben. Am Klavier schlägt er dabei musikalische Brücken zur Epoche und stimmt das Publikum auf die Thematik des Films ein.
„Soundtrack to a Coup d’Etat“ ist ein ebenso faszinierender wie aufrüttelnder Film, der zeigt, wie eng Musik, Geschichte und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verbunden sein können – und wie aktuell viele der damaligen Fragen bis heute geblieben sind. Die Matinée beginnt um 11:00 Uhr.


