Seit dem Wintersemester 2013 steht die big.mdw.band unter der Leitung von Markus Geiselhart. Seither erarbeitet sich die Big Band der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien jeweils im Wintersemester ein traditionelles Programm der Jazzgeschichte und im Sommersemester ein modernes.
Seit dem Sommersemester 2016 besteht eine fruchtbare Kooperation zwischen dem Institut für Kompositionsstudien, Ton- und Musikproduktion und der Big Band. Am Ende jedes Semesters nutzen die Musiker die Gelegenheit, ihr aktuelles Repertoire im Studio aufzunehmen. Diese Aufnahmesessions bieten den Musikstudierenden die einzigartige Chance, praktische Einblicke in die Studioarbeit zu gewinnen und wichtige Kompetenzen für ihre künftige berufliche Laufbahn zu entwickeln.
Parallel dazu profitieren Studierende der Tonmeister-Ausbildung von diesem Projekt. Sie können wertvolle Praxiserfahrungen sammeln, indem sie Aufnahmen großer Big-Band-Besetzungen betreuen und technisch umsetzen. Eine Besonderheit ist nun, dass die Ergebnisse dieser Studio Sessions erstmals einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.
Im November dieses Jahres ist nun die CD „Studio Sessions 2021-2024“ herausgekommen. Die veröffentlichten Aufnahmen stammen aus den Programmen „The Music of the Brecker Brothers“ (SS2021), „Duke Ellington – Far East Suite“ (WS2021/22), „Count Basie“ (WS2023/24), „Zawinul 90 – The Music of Weather Report“ (SS2022) und „Zawinul 90 – The Syndicate“ (SS2023). Die CD ist allerdings nicht für den Verkauf bestimmt (wir haben aber die große Ehre, eine der wenigen haptischen Veröffentlichungen in unseren Händen halten zu dürfen). Bei den nachfolgenden Rezensionen zu den einzelnen Titeln sind Links gesetzt, mittels derer man dirket zu den jeweiligen Audiostreams gelangt.

Track 1 Rocks (comp. Randy Brecker, arr. Markus Geiselhart) – 6:11
Mit voller Power explodiert „Rocks“ aus den Boxen! Der Track entfesselt einen mitreißenden Groove, der von Anfang an elektrisiert und den Hörer unmittelbar in seinen Bann zieht. Die Komposition entwickelt sich dynamisch und präzise, wobei die Bläser-Sektionen mit messerscharfer Präzision und unglaublicher Energie punkten. Knackige, prägnante Bläser-Sets treiben den Song voran und schaffen eine unwiderstehliche rhythmische Dynamik. Ein Höhepunkt ist das Rhodes-Solo von David Dolezel, das gekonnt den Sound der 70er Jahre heraufbeschwört. Das anschließende Baritonsaxophon-Solo von Stephan Lerchbaumer steigert die musikalische Intensität auf ein neues Level. Mit einer fetten, kraftvollen Darbietung komplettiert er den Track.
Solos: David Dolezel (keyboards), Stephan Lerchbaumer (baritone-saxophone)
recorded 10. & 17.6.2021, Aufnahmesaal Future Art Lab/Recording Hall, mdw Campus by Benedikt Ross
Line up:
reeds: Florian Wörister, Tanja Machovsky, Jonathan Sohm, Anton Balynskiy, Stephan Lerchbaumer
trumpets: Stephan Hack, Jonas Friesel, Stefan Riedl, Jordi Roviro
trombones: Daniele Giaramita, Christian Moser, Michael Gangoly, Jakob Polaschek
rhythm: David Walcher (guitar), David Dolezel (keyboards), Clara Loibersbeck (bass), Thorsten Kaiser (bass), Robin Weber (drums), Amir Wahba (percussion)
conductor: Markus Geiselhart
Track 2 Amad (comp. & arr. Duke Ellington & Billy Strayhorn) – 5:43
Der Song beginnt sher geheimnisvoll und offen. Zarte, verschattete Töne schweben zunächst in einem atmosphärischen Raum, und lassen die Zuhörer gespannt auf das Kommende warten. Nach knapp einer Minute durchbricht dann der charakteristische Jungle-Beat von Ellington und Strayhorn die anfängliche Stille. Die Bläser brechen präzise und knackig in das Klanggeschehen ein – ein Markenzeichen des legendären Duos. Ein besonderer Höhepunkt ist das Posaunen-Solo von Marcus Bittner, das die Ästhetik des Originals mit einer bemerkenswerten Authentizität und Frische interpretiert. Seine Phrasierung erinnert an die großen Solisten dieser musikalischen Ära und verleiht dem Stück eine zeitlose Qualität.
Solos: Philipp Laher (piano), Alexander Putz (bass), Marcus Bittner (trombone)
recorded 27.1.2022, Aufnahmesaal Future Art Lab/Recording Hall, mdw Campus by Lukas Kleitsch
Line up:
reeds: Tomy Molnar, Jonathan Sohm, Stefan Eitzenberger, Mathias Nussbaumer, Stephan Lerchbaumer
trumpets: Vadim Tosun, Benedikt Fehringer, Jakob Heindl, Raphael Greil
trombones: Marcus Bittner, Kilian Marchhart, Benedikt Etzel
rhythm: Philipp Laher (piano), Alexander Putz (bass), Tim Schweiger (drums)
conductor: Markus Geiselhart
Track 3 Deedle’s Blues (comp. & lyrics Morgan Ames, arr. Frank Foster) – 3:34
Der dritte Song der Scheibe, „Deedle’s Blues“, entführt die Zuhörer direkt in die Glanzzeit der großen Bigbands. Mit einer Spielfreude und einem Groove, der unmittelbar an den legendären Count Basie erinnert, entfaltet sich ein swingender Blues, der die Essenz dieser klassischen Musikform neu interpretiert. Im Mittelpunkt des Stücks steht die Sängerin Patricia Ruesch. Mit ihrer kraftvollen und nuancenreichen Interpretation erinnert sie an die großen Jazzdiven vergangener Epochen. Ihre Stimme trägt die Authentizität und Brillanz jener Sängerinnen in sich, die einst die Konzerthallen und Tanzpaläste zum Beben brachten. Der Song ist eine lebendige Hommage an eine unvergessene Ära des Jazz, die mit unbändiger Energie und unverwechselbarem Swing aufwartet.
Vocal: Patricia Ruesch / Solo: Oliver Dragovic (trumpet)
recorded 25.1.2024, Aufnahmesaal Future Art Lab/Recording Hall, mdw Campus by Dominik Vogel
Line up:
vocals: Patricia Ruesch
reeds: Jasmine Zhang, Xiaochen Yu, Simon Esterbauer, Mathias Nussbaumer, Alen Pavlic
trumpets: Jakob Heindl, Oliver Dragovic, Eric Ziegelbauer, Florian Gmeiner
trombones: Leah Kouyoumdjian, Tamás Szalóky, Mark Taddonio, Frederik Abel
rhythm: Sebastian Sciaraffia-Garay (guitar), Juan Felipe Pulido (piano), Wolfgang Schöbitz (bass), Philipp Müller (drums)
conductor: Markus Geiselhart
Track 4 Isfahan (comp. & arr. Duke Ellington & Billy Strayhorn) – 4:20
Mit „Isfahan“ taucht das Ensemble tief in die musikalische Atmosphäre der 60er Jahre ein. Der Song von Duke Ellington und Billy Strayhorn entfaltet sich wie eine elegant geschwungene Tanzfläche, eine perfekte „Schwof-Nummer“, die den Spirit dieser legendären Musikepoche perfekt eingefangen hat. Tomy Molnar übernimmt das Alt-Saxophon und verleiht dem Stück eine bemerkenswerte Tiefe. Molnar spielt stilecht und authentisch, als würde er direkt aus der Zeit von Ellington und Strayhorn sprechen. Die Dynamik des Stücks baut sich kunstvoll auf. Von zarten, fast zerbrechlichen Tönen entwickelt sich „Isfahan“ zu einem kraftvollen, swingenden Ausdrucksstück, das die Zuhörer förmlich in die Tanzpaläste vergangener Tage entführt.
Solo: Tomy Molnar (alto-saxophone)
recorded 27.1.2022, Aufnahmesaal Future Art Lab/Recording Hall, mdw Campus by Veronika Weidner
Line up:
reeds: Tomy Molnar, Jonathan Sohm, Stefan Eitzenberger, Mathias Nussbaumer, Stephan Lerchbaumer
trumpets: Vadim Tosun, Benedikt Fehringer, Jakob Heindl, Raphael Greil
trombones: Marcus Bittner, Kilian Marchhart, Benedikt Etzel
rhythm: Alexander Putz (bass), Lukas Seeber (drums)
conductor: Markus Geiselhart
Track 5 Man in the Green Shirt (comp. Josef Zawinul, arr. Hans Salomon) – 7:04
Mit „Man in the Green Shirt“ huldigt das Ensemble dem Wiener Fusion-Jazz-Giganten Joe Zawinul. Der Song entfaltet sich als kraftvolle Reminiszenz, die die Geister von Wayne Shorter und Zawinuls legendärem Weather Report heraufbeschwört. Die charakteristischen schrägen Bigband-Cluster brechen explosionsartig auf, lösen sich effektvoll auf und kehren dann präzise zum Hauptthema zurück – eine komplexe musikalische Architektur, die den modernen Jazz in all seiner Kühnheit zelebriert. Ein fetter, erdiger Groove bildet das Fundament des Stücks. Tomy Molnar am Sopran-Saxophon und Raphael Greil an der Trompete setzen sich virtuos in Szene und reiten souverän auf der treibenden Rhythmussektion. Ihre Soli sind wild, virtuos und voller Energie – eine direkte Kommunikation zwischen Instrumentalisten, wie sie typisch ist für den besten Fusion-Jazz.
Solos: Tomy Molnar (soprano-saxophone), Raphael Greil (trumpet)
recorded 10.6.2022, Aufnahmesaal Future Art Lab/Recording Hall, mdw Campus by Fabian Hainzl
Line up:
reeds: Tomy Molnar (soprano-saxophone), Jonathan Sohm (clarinet), Stefan Eitzenberger (clarinet & soprano-saxophone), Mathias Nussbaumer (tenor-saxophone), Stephan Lerchbaumer (clarinet)
trumpets: Marek Stibor, Jakob Heindl, Raphael Greil, Jonas Friesel
trombones: Marcus Bittner, Lukas Ludescher, Kilian Marchhart, Benedikt Etzel
rhythm: Fabian Janiczek (percussion & synthesizer), David Mandlburger (guitar), Markus Windisch (bass), Tim Schweiger (drums), Lukas Seeber (percussion)
conductor: Markus Geiselhart
Track 6 What Can a Miracle Do (comp. Don Grolnick & Luther Vandross / arr. Markus Geiselhart / vocal-arr. Clara Montocchio) – 4:41
In der Kategorie des Kuschel-Jazz präsentiert „What Can A Miracle Do“ eine zutiefst berührende musikalische Erfahrung. Das Vocal-Arrangement von Clara Montocchio wird von den IPop Singers mit bemerkenswerter Präzision und Emotion zum Leben erweckt. Das Gesangs-Ensemble – bestehend aus Clara Montocchio, Clara Loibersbeck, Michael Florendo und Oscar Schöller – spinnt ein zartes Klanggewebe, das die Zuhörer in eine warme, intime Klanglandschaft entführt. Jede Stimme verschmilzt nahtlos mit den anderen und schafft eine nuancenreiche harmonische Textur. Gegen Ende das gefühlvolle Trompetensolo von Jordi Roviro. Seine Interpretation durchdringt die weichen Vocal-Strukturen mit einer subtilen Intensität, die zwischen Zärtlichkeit und Leidenschaft changiert.
ipop singers: Clara Montocchio, Clara Loibersbeck, Michael Florendo, Oscar Schöller
Solo: Jordi Roviro (trumpet)
recorded 10. & 17.6.2021, Aufnahmesaal Future Art Lab/Recording Hall, mdw Campus by Pit Kaufmann
Line up:
ipop singers: Clara Montocchio, Clara Loibersbeck, Michael Florendo, Oscar Schöller
reeds: Florian Wörister, Tanja Machovsky, Jonathan Sohm, Anton Balynskiy, Stephan Lerchbaumer
trumpets: Stephan Hack, Jonas Friesel, Stefan Riedl, Jordi Roviro
trombones: Daniele Giaramita, Christian Moser, Michael Gangoly, Jakob Polaschek
rhythm: David Walcher (guitar), David Dolezel (keyboards), Xaver Nahler (keyboards), Thorsten Kaiser (bass), Robin Weber (drums), Amir Wahba (percussion)
conductor: Markus Geiselhart
Track 7 Havona (comp. Jaco Pastorius, arr. Markus Geiselhart) – 9:13
Mit „Havona“ zollt das Ensemble der Basslegende Jaco Pastorius einen fulminanten Tribut. Markus Geiselhart hat den Weather-Report-Klassiker gekonnt für Bigband neu arrangiert und dem Stück eine frische, dynamische Interpretation verliehen. Die Bläsersektion präsentiert sich knackig und fett – genau wie es sich für einen Fusion-Jazz-Titel gehört. In etwas mehr als neun Minuten entfaltet sich ein musikalisches Spektakel, das keine Sekunde an Spannung verliert. Herausragende Solisten setzen markante Akzente: Stefan Eitzenberger durchzieht das Stück mit brillanten Soprano-Saxophone-Passagen, Jordi Roviro zaubert federnde Trompetensoli, und Markus Windisch untermalt die Komposition mit einem Bass-Solo, das Pastorius‘ Geist würdig ist. „Havona“ ist mehr als eine Coverversion – es ist eine liebevolle Neuerzählung eines Jazz-Klassikers, die Tradition und Innovation virtuos verschmelzen lässt.
Zudem ist es die einzige Nummer bei der Markus Geiselhart nicht nur Leitung und Arrangement in die Hand nimmt, sondern auch aktiv als Instrumentalist mitwirkt und zur Posaune greift.
Solos: Stefan Eitzenberger (soprano-saxophone), Jordi Roviro (trumpet), Markus Windisch (bass)
recorded 10.6.2022, Aufnahmesaal/Recording Hall Future Art Lab, mdw Campus by Chris Jainek
Line up:
reeds: Tomy Molnar (alto-saxophone), Jonathan Sohm (alto-saxophone), Stefan Eitzenberger (soprano-saxophone), Mathias Nussbaumer (tenor-saxophone), Stephan Lerchbaumer (baritone-saxophone )
trumpets: Marek Stibor, Jakob Heindl, Max Wintersperger, Jordi Roviro
trombones: Marcus Bittner, Markus Geiselhart, Kilian Marchhart, Benedikt Etzel
rhythm: Fabian Janiczek (piano & synthesizer), David Mandlburger (guitar), Markus Windisch (bass), Lukas Seeber (drums), Tim Schweiger (percussion)
conductor: Markus Geiselhart
Track 8 If You Wanna Boogie…Forget It! (live) (comp. Don Grolnick, Steve Khan, Will Lee / arr. Markus Geiselhart) – 3:45
Das einzige Live-Stück der Platte entpuppt sich als echter Funk-Kracher. „If You Wanna Boogie… Forget It!“ beweist eindrucksvoll, wie präzise und gleichzeitig locker eine Band live performen kann. Die Interaktion zwischen Bläsersektion und Rhythmusgruppe ist bemerkenswert. Tight und dynamisch navigieren die Musiker durch komplexe musikalische Passagen, ohne auch nur einen Moment die Lässigkeit und Spielfreude zu verlieren. Michael Florendo glänzt als Sänger mit einem soloistischen Auftritt, der Energie und Präsenz vereint. Das Alto-Saxophone-Solo von Florian Wörister – stilsicher, virtuos und von einer beeindruckenden musikalischen Eloquenz. Ein Live-Mitschnitt, der die Lebendigkeit und Spontaneität des big.mdw.band in all seiner Brillanz zelebriert – und für meinen Geschmack gerne doppelt so lange dauern dürfte.
vocals: Michael Florendo / Solo: Florian Wörister (alto-saxophone)
live recorded 9.6.2021, Open Air Stage, mdw Campus by Benjamin Wuthe
Line up:
vocal: Michael Florendo
reeds: Florian Wörister, Tanja Machovsky, Jonathan Sohm, Anton Balynskiy, Stephan Lerchbaumer
trumpets: Stephan Hack, Jonas Friesel, Stefan Riedl, Jordi Roviro
trombones: Daniele Giaramita, Christian Moser, Michael Gangoly, Jakob Polaschek
rhythm: David Walcher (guitar), David Dolezel (keyboards), Thorsten Kaiser (bass), Robin Weber (drums), Amir Wahba (percussion)
conductor: Markus Geiselhart
Track 9 Orient Express (comp. Josef Zawinul, arr. Markus Geiselhart) – 7:39
Mit „Orient Express“ schließt das Album einen musikalischen Kreis und wendet sich erneut dem großen Wiener Musiker Joe Zawinul zu. Das Stück ist eine fulminante Reminiszenz an die Fusion-Jazz-Ära, gespickt mit einem fetten Groove, der direkt ins Bewegungszentrum zielt. Im Mittelpunkt steht ein fantastisches Zusammenspiel von Drums und Percussion, das die gesamte Komposition trägt und vorantreibt. Tobias Neuwirth an den Drums und Johannes Gungl an der Percussion kreieren ein rhythmisches Fundament, das gleichzeitig präzise und leidenschaftlich ist. Die Solisten setzen markante Akzente: Alexander Vounelakos entlockt dem Synthesizer unerwartete Klänge, Stephan Lerchbaumer am Baritonsaxophon bereichert das Stück mit kraftvollen, expressiven Linien. „Orient Express“ erweist sich als würdiger Abschluss eines Albums, das Jazz als lebendige, atmende Kunstform zelebriert.
Solos: Alexander Vounelakos (synthesizer), Stephan Lerchbaumer (baritone-saxophone), Tobias Neuwirth (drums), Johannes Gungl (percussion)
recorded 15.6.2023, Aufnahmesaal/Recording Hall Future Art Lab, mdw Campus by Mario Niehren
Line up:
vocals: Luise Hanel, Eva Papic
reeds: Nicolas Urban, Roman Polzer, Leonhard Riepler, Mathias Nussbaumer, Stephan Lerchbaumer
trumpets: Jakob Heindl, Marius Auer, Lukas Leutgeb, Daniel Lopez Cortes
horn: Marion Unger
trombones: Leah Kouyoumdjian, Yannick Bösch, Kilian Marchhart, Frederik Abel
rhythm: Giuliano Sannicandro (guitar), Alexander Vounelakos (piano), Valentin Ak (bass), Tobias Neuwirth (drums), Johannes Gungl (percussion)
conductor: Markus Geiselhart
Aufgenommen zwischen Juni 2021 und Jänner 2024 im Aufnahmesaal im Future Art Lab an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Tracks: 1 – 7, 9) sowie (Track 8) Live-Aufnahme von der Open Air Stage, mdw Campus. Alle Tracks wurden von Tonmeister:innen-Studierenden im Rahmen der Lehre produziert, aufgenommen, editiert und gemischt.
Recording, Editing & Mixing: Mischa Janisch
Fazit: Eine musikalische Zeitreise zwischen Tradition und Innovation
Die Platte „big.mdw.band Studio Sessions 2021–2024“ ist mehr als nur ein Jazzalbum – es ist eine kunstvoll komponierte Reise durch die verschiedenen Facetten des modernen Jazz. Von den mystischen Anfängen im Ellington-Stil über furiose Fusion-Passagen bis hin zu zärtlichen Vocal-Momenten spannt sich ein musikalischer Bogen, der Tradition und zeitgenössische Interpretation virtuos verbindet und die Vielfalt der mdw widerspiegelt.
Markus Geiselhart erweist sich nicht nur als brillanter Arrangeur, sondern auch als Bandleader, der seinen Musikern Raum für höchste Individualität lässt. Die Solisten brillieren mit Ausdruckskraft und technischer Präzision. Tribute an Größen wie Duke Ellington, Billy Strayhorn und Joe Zawinul werden nicht kopiert, sondern neu interpretiert.
Das Album zeigt Jazz als lebendige Kunstform: dynamisch, überraschend und voller Emotionen. Es ist eine Hommage an die großen Meister, gleichzeitig aber auch ein eigenständiges Statement zeitgenössischer Jazzmusik.
Ein Album, das Zuhörer einlädt, sich fallen zu lassen – in Klänge, die zwischen Vertrautheit und Erkundung changieren.
Weitere Infos und alle Tracks zum Nachhören findet man auf der Website der mdw.
Text Intro: mdw
Text Rezension: Tommi Neubauer
Photo: Stephan Polzer


