Volkslieder sind musikalische Reisende. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, verändern sich, verschwinden zeitweise und werden neu entdeckt. Genau diese Wandlungsfähigkeit steht im Mittelpunkt von „Lieder auf Reisen“: Am 7. November trifft das FSR-Trio auf die Sängerinnen Miriam Ast und Carolina Attoumani Díaz. Gemeinsam bringen die fünf Musiker überlieferte Melodien aus unterschiedlichen Kulturkreisen mit der offenen Sprache des Jazz zusammen.
Deutsche und europäische Volkslieder begegnen dabei Liedern und Rhythmen aus Argentinien und dem spanischsprachigen Raum. Die bekannten Melodien bleiben erkennbar – und werden zugleich zum Ausgangspunkt für neue musikalische Wege.
Volkslieder als musikalisches Gedächtnis
Volkslieder erzählen von Orten, Menschen und Erfahrungen. Manche ihrer Melodien überdauern Jahrhunderte, obwohl sich die Lebenswelten, aus denen sie stammen, längst verändert haben. Auf ihrer Reise durch Zeiten und Regionen verändern sich häufig auch die Lieder selbst.
Genau hier setzt das Konzertprojekt an. Statt das überlieferte Material möglichst originalgetreu wiederzugeben, fragen die fünf Musiker, was sich aus diesen Melodien heute entwickeln lässt.
Dabei treffen unterschiedliche musikalische Traditionen aufeinander: Lieder aus Deutschland und anderen Teilen Europas stehen neben Musik aus Lateinamerika. Mit Miriam Ast und Carolina Attoumani Díaz kommen zwei Sängerinnen hinzu, die diese unterschiedlichen musikalischen Perspektiven in das gemeinsame Projekt einbringen.
Das FSR-Trio antwortet mit Jazz
Das FSR-Trio mit Felix Schneider-Restschikow am Klavier, Sebastian Claas am Kontrabass und Max Lange am Schlagzeug begegnet dem Liedmaterial mit den Mitteln des Jazz.
Neue Harmonien, veränderte Rhythmen und Improvisationen öffnen die ursprünglichen Melodien, ohne sie vollständig aufzulösen. Das Ausgangsmaterial bleibt hörbar, kann aber im Zusammenspiel eine neue Gestalt annehmen.
Entscheidend ist dabei die spontane Interaktion. Arrangierte Passagen treffen auf Momente, deren Verlauf erst während des Konzerts entsteht. Ein Volkslied wird so nicht zum historischen Ausstellungsstück, sondern zu lebendigem musikalischem Material.
Zwischen Europa und Lateinamerika
Besonders reizvoll ist die Begegnung unterschiedlicher musikalischer Herkunft. Europäische Liedtraditionen stehen Rhythmen und Melodien aus Argentinien und dem spanischsprachigen Raum gegenüber. Gemeinsamkeiten können hörbar werden, Unterschiede dürfen bestehen bleiben.
So entsteht ein Konzert zwischen Bekanntem und Unbekanntem, Tradition und Improvisation, Europa und Lateinamerika – und eine musikalische Reise, bei der überlieferte Lieder zum Ausgangspunkt für etwas Neues werden.
Besetzung
Felix Schneider-Restschikow – Klavier
Sebastian Claas – Kontrabass
Max Lange – Schlagzeug
Miriam Ast – Gesang
Carolina Attoumani Díaz – Gesang
Konzertinformation
Lieder auf Reisen – Jazz trifft Volksmusik
Samstag, 7. November 2026 · 20:00 Uhr
Eintritt: 12–18 Euro
Tickets und weitere Informationen
Gefördert im Rahmen von „Jazz & More“ des Bayerischen Musikrats.