Jazz und improvisierte Musik brauchen verlässliche Förderstrukturen – Deutsche Jazzunion unterstützt Positionspapier des Deutschen Musikrats

Die Deutsche Jazzunion begrüßt das Ende Januar 2026 veröffentlichte Positionspapier des Deutschen Musikrats zur Zukunft der freien Musikszene. Darin wird deutlich gemacht, dass insbesondere Jazz und improvisierte Musik auf nachhaltige, verlässliche und flexible Förderstrukturen angewiesen sind, um künstlerische Entwicklung, faire Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung langfristig zu gewährleisten.

In der freien Jazzszene entstehen zunehmend dauerhafte Projekte und feste künstlerische Strukturen – von Ensembles über Kollektive bis hin zu Festivals und Produktionsplattformen. Viele dieser Initiativen arbeiten kontinuierlich, tragen jedoch wirtschaftliche Risiken selbst und übernehmen organisatorische Aufgaben wie Planung, Kommunikation, Finanzierung und Verwaltung häufig ohne angemessene Vergütung. Die bisher dominierende projektbezogene Förderung greift hier oft zu kurz, da sie laufende Personal- und Strukturkosten nicht ausreichend berücksichtigt und damit nachhaltige künstlerische Arbeit erschwert.

Vor diesem Hintergrund fordert der Deutsche Musikrat einen grundlegenden Paradigmenwechsel hin zu einem sogenannten Drei-Säulen-Modell. Dieses sieht eine gleichwertige Kombination aus institutioneller Förderung, Strukturförderung und Projektförderung vor. Mehrjährige, verlässliche Förderinstrumente sollen Planungssicherheit schaffen, soziale Absicherung ermöglichen und künstlerische Qualität stärken. Die Deutsche Jazzunion unterstützt diese Forderung ausdrücklich und betont, dass faire Vergütung und stabile Arbeitsbedingungen nur auf Basis einer differenzierten und bedarfsorientierten Förderarchitektur realisiert werden können.

Das Positionspapier unterstreicht zudem die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Arbeitsrealität von Musikerinnen und Musikern in Jazz und improvisierter Musik in Politik und Öffentlichkeit zu stärken. Nachhaltige Förderung ist nicht nur ein kulturpolitisches Ziel, sondern eine wesentliche Voraussetzung für eine lebendige, professionelle und zukunftsfähige Musikszene.

Die Deutsche Jazzunion vertritt seit 1973 auf Bundesebene die Interessen der professionellen Jazzszene in Deutschland. Zu ihren zentralen Anliegen gehören die Stärkung der Sichtbarkeit von Jazz, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Musikerinnen und Musikern sowie der Aufbau tragfähiger Strukturen, in denen künstlerisches Arbeiten langfristig möglich bleibt.

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