Konzertbericht Jazzrausch Bigband Posthalle Würzburg

Am 19.September gastierte die Jazzrauschbigband in der Würzburger Posthalle mit ihrem neuen Programm „Bangers Only!„. Der musikbegeisterte Online-Redakteur Gerald Langer von music-on-net war live vor Ort und hat uns seine Erlebnisse in Wort und Bild für eine Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.


Es regt und bewegt sich derzeit einiges um die Münchener Jazzrausch Bigband. Das aktuelle Album Bangers Only! wurde vor kurzem beim Label ACT veröffentlicht. 
Die Band geht anlässlich dieser Veröffentlichung auf Tour und hat als Startpunkt tatsächlich die Würzburger Posthalle gewählt.

Man sei gewissermaßen auf der „Wiesnflucht“, verkündet schmunzelnd Roman Sladek, Gründer und Kopf der Band. Dennoch sei Würzburg auf dem Weg in den hohen Norden, die nächste Station soll Bremen sein, alles andere als ein zufälliger Zwischenstopp. Einige Musiker der Formation fühlen sich noch immer der hiesigen Hochschule für Musik verbunden.

Für die Band ist es auch nicht der erste Aufenthalt in der Stadt am Main. Ich selbst habe sie bereits dreimal in Würzburg erleben dürfen. Jedes Konzert war für sich genommen etwas anders.


Die Jazzrausch Bigband ist heute besonders redselig. Nicht nur Roman Sladek kommt zu Wort, sondern jede Menge andere Musikerinnen und Musiker auch. Die verschiedenen Einzelmoderationen, meist Anekdoten, sind inhaltlich kurzweilig und amüsant.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Musik, vor allem das neue Album Bangers only!. 

Der Sound ist prima, die Lautstärke angemessen, auch wenn Ohrenstöpsel angesagt sind. Sogar etwas Feuerwerk wird am vorderen Bühnenrand serviert. Ich werde indes von dem kleinen Spektakel etwas überrascht. Allerdings erklärt sich damit im Nachhinein auch der vergleichsweise breite Fotograben.

110 Minuten inklusive Zugaben dauert das Konzert der jung gebliebenen Band, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert, sich mit jedem Album immer auch noch ein stückweit neu erfindet, ohne dabei ihr musikalisches Profil – der besondere Mix aus Techno, House, etwas Klassik, natürlich Jazz samt einer Prise Soul – zu verlieren.


Diese bayerische Bigband war bereits weltweit unterwegs. Selbst in Wynton Marsalis‘ Lincoln Center in New York ist diese Formation aufgetreten. Die blendenden, gut gelaunten Musikerinnen und Musiker sind kaum mehr aufzuhalten.

Insofern ist es schon etwas befremdlich, dass die Posthalle längst nicht so gut besucht ist, wie es die Jazzrausch Bigband zum Auftakt der aktuellen Tour verdient hätte.

Das Bergson Kunstkraftwerk in Aubing ist nunmehr auch fertiggestellt. Die Jazzrausch Bigband ist in diesem Gebäude das „Orchestra in Residence“.

Man darf doch einigermaßen sicher sein, dass dieser neuen Location nicht am Ende ein ähnliches Schicksal widerfahren wird, wie dem Münchner Club Rausch & Töchter oder dem Harry Klein. Dort ist die Band anfangs aufgetreten. Das Podest, auf dem heute Abend abwechselnd die Solisten stehen dürfen, stammt noch aus dem Harry Klein.
Diese beiden Clubs sind mittlerweile Geschichte, ganz sicher nicht wegen der Jazzrausch Bigband. 
Es gibt dennoch traurig stimmende Analogien:
Das Schicksal der Würzburger Posthalle scheint ebenso besiegelt. Ende 2025 ist hier leider auch Schluss.
Die Jazzrausch Bigband trifft in diesem Falle wiederum keinerlei Schuld.

Text & Fotos: Gerald Langer


Weitere Infos zur Besetzung, Deskographie sowie eine große Bildergalerie findet man unter www.music-on-net.de