Joe Zawinul’s Music Odyssey

Am 1. Juni 2024 fand im Wolkenturm von Grafenegg (Österreich) ein außergewöhnliches Konzert zu Ehren des legendären Jazzmusikers Joe Zawinul statt. Das Highlight des Abends war die Weltpremiere von Zawinuls „Mediterranean Suite„, einem bisher unveröffentlichten Orchesterwerk. Das Konzert wurde von der Zawinul All-Star Big Band unter der Leitung von Markus Geiselhart eröffnet. Diese Band setzte sich aus renommierten Jazzmusikern sowie talentierten Studenten der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zusammen.

Das Konzert in Grafenegg bot ein vielfältiges musikalisches Erlebnis, das durch die Kombination verschiedener erstklassiger Musiker und Ensembles geprägt war. Besonders hervorzuheben ist die Beteiligung des radio.string.quartet und des Pianisten Michael Hornek.

Der Abend war eine musikalische Reise durch Zawinuls vielfältiges Werk. Zu den herausragenden Darbietungen zählte die Performance der Zawinul Legacy Band 3.0, die aus ehemaligen Mitgliedern von Zawinuls berühmten Bands Weather Report und Zawinul Syndicate bestand. Musiker wie Omar Hakim (Schlagzeug), Bobby Thomas Jr. (Percussion), Gerald Veasley (Bass), Rachel Z (Keyboards) und Bob Franceschini (Saxophon) boten eine beeindruckende Show mit Klassikern wie „Man in the Green Shirt“ und „Black Market„​​.


Den Auftakt des Abends bildete der Tune „Procession„. Markus Geiselhart hat Zawinuls Musik perfekt für Bigband arrangiert. Er zeigte eindrucksvoll, dass die ursprünglich für Fusion-Rock komponierten Stücke nichts an Frische und Energie verloren haben. Die Rhythm-Section der Zawinul All-Star Big Band führte das Publikum äußerst dynamisch in die Welt Zawinuls ein. Mit voller Energie und einem kräftigen Groove präsentierte die Bigband das von Salif Keita komponierte Stück „Waraya„, das Zawinuls Liebe zur afrikanischen Musik eindrucksvoll unter Beweis stellte. „Patriots„, das durch seine rhythmischen Strukturen und melodischen Linien besticht, wurde durch die kraftvolle Interpretation und das Zusammenspiel der Musiker zu einem der Höhepunkte des Abends, der das Publikum in die vielfältige und dynamische Welt von Zawinuls Musik eintauchen ließ. „Orient Express“ ist bekannt für seine dynamischen Rhythmen und komplexen Melodien. Die Zawinul All-Star Big Band brachte dieses Stück mit beeindruckender Präzision und Energie auf die Bühne. Die Kombination aus erfahrener Leitung und dem Talent der Bandmitglieder schuf eine mitreißende Interpretation, die das Publikum begeisterte.


©Rene Huemer

Nach einer kurzen Umbaupause brachte das radio.string.quartet, bestehend aus Bernie Mallinger (Violine), Igmar Jenner (Violine), Cynthia Liao (Viola) und Sophie Abraham (Cello), eine einzigartige Klangfarbe in die Aufführung. Das Ensemble ist berühmt für seine innovativen Arrangements und seine Fähigkeit, klassische und moderne Musikstile zu verbinden. Ihre Interpretation der „Mediterranean Suite“ von Joe Zawinul, die an diesem Abend uraufgeführt wurde, war ein Höhepunkt des Konzerts​.
Michael Hornek, ein herausragender Solist und Pianist, ist für seine Vielseitigkeit und technische Brillanz bekannt und brachte eine zusätzliche Tiefe in die Darbietungen. Seine Zusammenarbeit mit dem radio.string.quartet war ein wesentlicher Bestandteil des musikalischen Erfolgs des Abends​​.


Die Zawinul Legacy Band 3.0 hatte sowohl zeitlich als auch lautstärkenmäßig den meisten Raum des Abends. Mit den Zawinul-Klassikern „Man in the green shirt„, „Corner Pocket„, „The Juggler„, „Black Market„, „Elegant People„, „Between the Thighs„, „Db Waltz“ überzeugten die Ausnahmemusiker Omar Hakim, Bobby Thomas Jr., Gerald Veasley, Rachel Z und Bob Franceschini.


Ein besonderes Highlight war das große Finale, bei dem alle beteiligten Musiker gemeinsam auf der Bühne standen und den Abend mit einer kraftvollen Darbietung von „Birdland“ abschlossen. Der gesamte Abend wurde von Antony Zawinul, dem ältesten Sohn von Joe Zawinul, als Konzertdokumentarfilm unter dem Titel „Joe Zawinul’s Music Odyssey“ festgehalten.


Dieses Konzert war nicht nur eine Hommage an Joe Zawinul, sondern auch ein Beweis für die hohe musikalische Qualität und das Engagement aller beteiligten Künstler, die das Publikum in Grafenegg begeisterten. Mit diesem Abend hat Markus Geiselhart einen Meilenstein der Musikgeschichte gesetzt. Großer Respekt und Kompliment!

Bilder: Rene Huemer, Leopold Fuhrman, Tommi Neubauer
Text: Tommi Neubauer

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